Mit freundlicher Genehmigung von Quirit




Elektrosmog
Bezeichnungen und Einheiten
Niederfrequenz
Elektrische Wechselfelder
Magnetische Wechselfelder
Hochfrequenz
Vorsorgewerte
Bamberger Ärzteapell




Elektrosmog

Die Bezeichnung kommt von Elektro und von Smog, wobei Smog vom englischen smoke (Rauch) und von fog (Nebel) abzuleiten ist. Mit Elektrosmog wird die Belastung bezeichnet der wir durch elektrische und magnetische Wechselfelder, sowie durch elektromagnetische Wellen ausgesetzt sind.



Bezeichnungen und Einheiten

Elektrische Felder und Wellen werden über Ihre Frequenz unterschieden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Felder und Wellen natürlichen Ursprungs sind, oder künstlich erzeugt wurden. Die Anzahl der Umkehrungen von Wellen wird als Frequenz bezeichnet und in Hertz (Hz) gemessen.

Haushaltsstrom in Deutschland 50 Hz
Bundesbahnstrom 16,7 Hz

Niederfrequenz bis 30 kHz
Hochfrequenz ab 30 kHz (=30 Tausend Schwingungen in der Sekunde) bis ca. 300 Gigahertz

Elektrische Wechselfelder werden in Volt pro Meter (V/m) angegeben.
Die Wechselspannung wird in Volt (V) angegeben
Die Feldstärke der magnetischen Wechselfelder wird in Ampere pro Meter angegeben, oder aber es wird auch die magnetische Flussdichte in Tesla(T) verwendet.



Niederfrequenz (NF)

Als Niederfrequenz werden Wellen unter 30 kHz bezeichnet. Unsere Stromversorgung (50Hz) verursacht elektrische und magnetische Wechselfelder getrennt voneinander.



Elektrische Wechselfelder

Elektrische Wechselfelder
Die elektrischen Felder sind die Folge der elektrischen Spannung. Das bedeutet, sie treten auf, sobald die Stromversorgung bereitgestellt wird, der Verbraucher (z.B. Radio) braucht nicht eingeschaltet zu sein. Diese Felder werden durch Mauern aus Stein und Beton reduziert, und lassen sich abschirmen.



Magnetische Wechselfelder

Die magnetischen Wechselfelder sind die Folge des fließenden Stroms. Sie treten auf, sobald ein Verbraucher eingeschaltet ist und Strom verbraucht. Magnetische Felder wirken in den menschlichen Körper hinein und induzieren dort elektrische Ströme. Je stärker das magnetische Feld, desto schädlicher die Wirkung. Sie lassen sich schlecht Abschirmen, da sie fast alles durchdringen. Wenn Ströme in entgegengesetzte Richtungen fließen, erzeugen sie gegensinnige gerichtete Magnetfelder, die sich teilweise aufheben können.



Hochfrequenz (HF)

Als Hochfrequenz werden elektromagnetische Wellen bezeichnet. Je höher die Frequenz der Strahlung, desto mehr verschmelzen die elektrischen und magnetischen Felder miteinander. Man spricht dann von elektromagnetischen Feldern. Die Hochfrequenz beginnt ab 30 kHz (=30 Tausend Schwingungen in der Sekunde) bis ca. 300 Gigahertz. Man kennt die Hochfrequenz hauptsächlich durch folgende Verursacher:

Mobilfunksender (Verschiedene Netze UMTS; GSM )
Schnurlose Telefonstationen (DECT)
Drahtlose Geräteanbindung (Bluetooth W-LAN)
Mikrowellenherde
Ultrakurzwellensender (Rundfunk)
Fernsehsender
Piepser und Pager
Radarstationen



Vorsorgewerte

Das Thema der elektromagnetischen Felder wird weltweit sehr kontrovers diskutiert. Deutschland hat im Gegensatz zu vielen anderen Ländern sehr hohe Grenzwerte. Diese wurden im Januar 1997 in der BImSchV festgelegt. Die Werte reichen aber nicht aus um die Menschen vor Risiken zu schützen. Es gibt keine Unterscheidung zwischen Grenzwerten für Schlafplätze und z.B. Arbeitsplätzen.



Bamberger Ärzteapell

77 Ärzte warnen vor Risiken des Mobilfunks
In einem »Bamberger Appell« fordern namhafte Mediziner Begrenzung der Sendeleistung

BAMBERG (Eig.Ber./hma)

- In einem »Bamberger Appell« warnen weit über 70 Ärzte aus der oberfränkischen Domstadt und dem Umland vor den gesundheitlichen Gefahren der Mobilfunk-Technologie.

Wie überall wachsen auch in Bamberg immer mehr Mobilfunk-Antennen in den Himmel: Mehr als 50 Sendestationen verteilen sich bereits über das Stadtgebiet, weitere sollen folgen - teils mitten in Wohngebieten. Als der Protest gegen den Elektrosmog anschwoll und sich immer mehr besorgte Patienten Rat und Hilfe suchend an ihre Hausärzte wandten, entstand aus deren Reihen die Initiative »Bamberger Appell«.

Die Resonanz war außerordentlich groß: 77 Mediziner unterzeichneten bisher den Aufruf, täglich schließen sich weitere an. Mit dabei sind renommierte Vertreter ihres Fachs, etwa die Chefärzte der Kinderklinik und der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Alle lehnen den weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes entschieden ab.

»Die Hinweise auf Risiken dieser Technik nehmen in bedrückendem Maß zu«, schreiben die Ärzte. Zitiert werden Studien neueren Datums, die nachweisen, dass elektromagnetische Strahlung das Erbgut schädigen und Krebs auslösen kann. Weil die gesundheitlichen Gefahren in ihren Augen noch nicht abschließend erforscht sind, müsse man auf Zurückhaltung drängen. Grenzwerte, Sendeleistungen und Funkbelastungen seien zu reduzieren. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten vor einem allzu sorglosen Umgang mit dem Handy gewarnt werden. Dieser Personenkreis, und das sei als besonders verwerflich anzusehen, werde »über die Werbung zum Kauf regelrecht verführt«, kritisieren die Ärzte in deutlichen Worten.

Brief an den OB
In einem Schreiben an Oberbürgermeister Herbert Lauer und alle Stadträte äußerten die Mediziner ihre Bedenken. Die Initiative fordert einen Ausbaustopp in Bamberg und ein Verbot für Sendeanlagen auf städtischen Gebäuden. Ihren Aufruf schickten die Ärzte auch an alle Vereine und Schulen, an Kindergärten und städtische Einrichtungen. Die Aktion soll Vorbildfunktion für andere Städte haben.

Quelle:

NN/HA/REGBY/REGBY1 - Mo 26.07.2004 REGION UND BAYERN